Der blöde blaue Fleck!!!
Laura, 10 J.
Alles fing an mit einem blauen Fleck am Oberschenkel. Wir dachten erst, es sei nur ein ganz normaler blauer Fleck, aber er verschwand nicht. Wir gingen zu unserem Hausarzt und fragten, was es sein könne. Er meinte, es sei ein verkapselter Bluterguss und hat Röntgen und MRT veranlasst. Das MRT ist eine Aufnahme, für die man in eine Röhre kommt. Man muss ziemlich lange ganz still liegen. Ich bekomme Kopfhörer auf und kann Musik hören. Dabei schlafe ich dann gerne ein. Doch man hatte nichts herausgefunden. Sie sagten, dass der Fleck rausgeschnitten werden muss. Bei der Untersuchung der Zellen hat man festgestellt, dass es Krebszellen waren.
Um den Krebs zu bekämpfen, bekomme ich Chemotherapie. Im Moment hat der letzte Block angefangen. Es gibt Tage, da muss ich im Krankenhaus sein, und an anderen Tagen darf ich zu Hause sein. Oft habe ich Magenschmerzen und fühle mich gar nicht wohl. Super blöd ist es, dass meine langen blonden Haare ausgefallen sind. Aber sie wachsen ja wieder nach. Entzündungen im Mund machen mir schwer zu schaffen. Dann bin ich lieber still und esse auch nicht gern. Wenn es mir nicht so gut geht, bin ich traurig und lasse mich von meiner Mutter aufmuntern. An anderen Tagen geht es mir auch schon mal gut, so dass ich spielen und lachen kann.
Die Zeit im Krankenhaus finde ich immer sehr öde. Manchmal kommen aber auch die Clowns. Die sorgen für Aufmunterung. Eine Kunsttherapeutin malt mit den Kindern schöne Bilder und ein Mathelehrer kommt zum Unterrichten ins Krankenhaus. Es gibt auch ein Spielzimmer, dort kann man basteln und Spiele spielen. Die Ärzte und die Schwestern auf der Station sind sehr nett und helfen, wo sie können. Das Essen im Krankenhaus finde ich schrecklich. Mama kocht mir meistens Spaghetti. Wenn Besuch kommen darf, muss er sich die Hände desinfizieren und einen Mundschutz tragen, damit sich keine Infektionen übertragen.
Den Kontakt mit meiner Klasse (4a) halte ich über Briefe und Telefonieren. Manchmal kann mich auch jemand besuchen. Die Kinder der Klasse schreiben mir regelmäßig Berichte über die Dinge, die sie in der Schule machen. Lieber wäre ich natürlich dabei. Sie fehlen mir sehr. Leider habe ich durch meine Krankheit auch eine tolle Klassenfahrt verpasst. Eigentlich wollte ich meine Klasse kurz auf der Klassenfahrt besuchen. Meine Blutwerte waren aber so schlecht, dass wir es absagen mussten. Unterricht habe ich zu Hause. Viermal in der Woche kommt eine Lehrerin und macht mit mir Unterricht. Ich muss die gleichen Klassenarbeiten wie die anderen Kinder schreiben. Wenn ich im Krankenhaus bin, kommt die Lehrerin dorthin und unterrichtet mich. Manchmal ist es problematisch, wenn andere (kleinere) Kinder mit auf dem Zimmer sind. Sie sind manchmal laut und das Lernen fällt dann schwer.
Viele Menschen kümmern sich um mich. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken. Vor allem bei meiner Mutter. Sie kümmert sich ganz lieb um mich, auch wenn ich nicht immer ganz einfach bin. Meine Oma und mein Opa helfen auch oft mit. Mein großer Bruder ist netter geworden und spielt viel mit mir. Bedanken möchte ich mich auch bei den Schwestern und Ärzten der Klinik. Sie haben es möglich gemacht, dass ich meinen Geburtstag zu Hause feiern konnte.
Mein größter Wunsch ist es, schnell gesund zu werden und wieder in die Schule gehen zu können.

