Als ich einmal krank war

Saskia, 7 J.

Mit meinen Eltern bin ich in den Urlaub nach Zypern gefahren. Dort war es sehr schön, denn ich hatte schon vier Freundinnen. Wir haben abends im Hotel gegessen, wo es mir immer geschmeckt hatte. Aber auf einmal schmeckte mir das Essen nicht mehr. Meine Eltern haben gedacht, dass ich wegen der Kinder abgelenkt sei.

Nach zwei Wochen war ich wieder im Kindergarten. Auch da habe ich mein Brot nicht gegessen, weil mir schlecht war. Am nächsten Tag war es genauso. Ich habe mich zuhause auf den Teppich gelegt und eine Stunde geschlafen. Nachdem ich geschlafen hatte, habe ich mich übergeben und es ging mir noch schlechter. Am nächsten Tag ging ich nicht in den Kindergarten, weil ich Fieber bekam und ich mich immer übergeben musste. Mein Papa ist mit mir zum Kinderarzt gefahren zum Untersuchen. Aber er hat nichts festgestellt. „Am Montag bitte noch mal kommen,“ sagte der Arzt. Am Montag waren wir wieder beim Kinderarzt, er hat mir Urin abgenommen. Dann hat er mich nach Freiburg in die Kinderklinik geschickt.

Dort musste ich zum Röntgen und zum EKG. Das haben sie alles mit mir gemacht. Es war aber nicht schlimm, es hat überhaupt nicht weh getan. Dort haben sie mich behalten und ich musste dort schlafen. Das Essen hat nicht geschmeckt. Danach machten sie bei mir eine Punktion, da nahmen sie mir Knochenmark ab. Dabei schlief ich aber. Sie haben festgestellt, was ich habe: Leukämie. Das war ein Schock für uns. Meine Mama und ich haben geweint, weil es uns ganz arg getroffen hat.
Ich bekam eine Infusion. Das ist ein Ständer, so ähnlich wie ein Kleiderständer sieht das aus, nur mit Rollen. Es piepst, wenn die Flasche leer ist oder der Ständer Strom braucht. Dann muss man damit an die Steckdose.

Am nächsten Tag kam ein anderes Mädchen, das hieß Ann-Kathrin. Meine Mama musste ihrer Mama den Weg zum Essenssaal zeigen. Immer, wenn meine Mama und Ann-Kathrins Mama beim Essen drüben waren, haben wir Kinder auch gefrühstückt. Danach bekamen wir unsere Medis (Medikamente), dann durften wir spielen. Aber wir durften nicht mit den Ständern auf die Straße gehen. Wir haben meistens Billard gespielt. Manchmal sind wir auch mit dem Aufzug gefahren. Donnerstags war immer Singstunde. Dabei habe ich mitgemacht.

Ich wurde in der Klinik eingeschult. Dabei war ich das einzige Mädchen neben drei Buben. Einer heißt Timo, der andere heißt Daniel und der letzte heißt Dimitri.
Und noch was zum Donnerstag: da gab es immer Pommes oder Pizza.